Fahreigenschaften des Kiteboards:
(verantwortlich Oliver Zernial, Olli@kiteboarding-kiel.de)
Ziel beim Airforce Loaded war es, ein Brett zu bauen, das für dem mittleren und oberen Windbereich gedacht ist.
Das Problem bei überpowerten Kites sind meiner Meinung nach nicht die immensen Kräfte, die der Kite
entwickelt. Vielmehr entscheidet das Board darüber, ob ich bei Überpower Spaß oder Streß habe.
Denn wer kennt das nicht, man fliegt den Kite nach oben, wird immer schneller und das Ganze endet
im Nirvana.
Und? Liegt es am Kite? Bestimmt nicht! Denn hätte man mehr Kontrolle über das Board gehabt und
hätte man den Kite nach vorne ins Windfenster gezwungen, indem man ihn ordentlich übers Rail
ausbremst, dann wäre man nicht ultra schnell und out of control durch die Gegend geschossen.
Die Situation wäre eigentlich kein Problem gewesen.
Viele Wakeboards haben genau diese Eigenschaften. Hier gab es bereits schon etliche Shapes.
Allerdings muß man sich wohl oder übel mit einer festen Bindung anfreunden. Fußschlaufen,
die auf eine Platte geschraubt werden, sind nur eine bedingt gute Alternative, da man zwar
klassisch auf dem Brett stehen kann, aber meistens die Hacke einige Zentimeter vom Rail
entfernt ist. Die Pads fallen meist etwas dürftig aus. Allerdings wird es wohl diese Saison
(2002) einige Modelle mit Fußschlaufen geben, die nicht nur eine Alternative darstellen.
Die Erkenntnis aus den Wakeboards und der Mangel an kleinen radikalen Twintips mit Schlaufen
haben daher im Herbst 2001 zum Loaded geführt. Es sollte
so dünn und radikal wie ein Wake sein, jedoch den Komfort eines Twins haben. Gesagt getan, das
Loaded hat selbst unsere Vollgas Fraktion begeistert. Das Board läuft bereits
im mittleren Windbereich willig Höhe und vermittelt ein sehr looses und trotzdem sehr komfortables
Fahrgefühl. So richtig los geht's, wenn der Kite bereits über die Hälfte depowert werden muß.
Das Rail beißt sich ins Wasser ohne dabei nervös zu werden. Es ist zwar super dünn, allerdings
sind die letzten Millimeter etwas boxig gehalten. Dadurch hat man zwar sehr viel Grip, der jedoch
Fehler verzeiht. Resultat ist ein fetter Spray, den man nach Lee schiebt. Die Bodenkurve ist
in der Mitte fast plan und biegt dann zu den Enden relativ stark auf. Das Board gleitet so
willig an und gewinnt schnell an Geschwindigkeit, bietet jedoch bei Überpower ein gewisses
Speedlimit, welches für erheblich mehr Kontrolle in Grenzsituationen sorgt.
So verhindert diese gewollte Speedlimit, daß man bei der Landung mit einem angepowertem Schirm
zu schnell wird, oder daß man nach
einem radikalem Turn die Kontrolle verliert. 180er bei voller Fahrt oder Slides gehören
bei Loaded zum Standardprogramm.
Das Loaded verzeiht auch in extremen Situationen jede Menge Fehler und ist dadurch sehr einfach
zu fahren. Generell wirken alle Tricks und Sprünge mit dem Loaded wesentlich einfacher,
weil man halt eher im oberen Windbereich fährt. Klar das geht mit anderen Boards auch, jedoch
vermittelt einem das Loaded gar nicht das Gefühl, daß man im oberen Windbereich fährt.
Durch die relativ starke Aufbiegung kann man die Tips wieder etwas breiter gestalten. Dies gibt
zusätzlich Power für BigAirs oder einen einen ordentlichen Pop für Skate-Manöver.
Das Resultat sind fette Jumps, lange Hangtime und softe Landungen. Mit dem Loaded sind angepowerte
Sprünge keine Heldentat mehr, sondern purer Spaß.
Zusammenfassendes Fazit:
Ein Board wie das Loaded ist sicher nur etwas für den fortgeschrittenen Kitesurfer, der fast
ausschließlich im Depower fährt oder radikale Zweileiner fliegt. Das Kitesurfen im oberen
Windbereich ist auch nur erfahrenen Kitesurfern zu empfehlen, denn nur wer das Potential auch
umzusetzen weiß, wird mit solchen Boards Spaß haben. Ich selber war bis zum Sommer 2001 eher
ein Freund der kleineren Kites, bis ich das Loaded gebaut habe. Seitdem habe ich sehr viele
Fortschritte gemacht und habe sehr viel Spaß am Kitesurfen. Das heißt nicht, daß ich keinen
Respekt mehr vor den großen Kites habe, ganz im Gegenteil. Nein, durch das Board bekomme ich
vielmehr die Kontrolle über die Situationen, die mir früher den Spaß am Kiten gemindert haben.
Jumps und Moves werden deutlich einfacher und kraftsparender, weil einfach mehr Power dahinter
steckt. Es gibt den Loaded Shape jetzt schon fast ein Jahr und nach wie vor verbringe ich die
meiste Zeit auf dem Wasser mit dem Loaded. Der Loaded Shape ist jetzt schon ein Klassiker,
der immer wieder begeistern kann.
Viel Spaß damit.
Olli (Shaper)
P.S. Es wurde in der Saison 2002 viel über große Finnen diskutiert. Zum Glück konnte
ich meine Meinung durchsetzen und das Loaded kommt trotzdem serienmäßig mit 1.3er
Wakefinnen, die jedoch eine lange Basis haben und daher mehr Fläche besitzen, als es auf
den ersten Blick erscheint. Zwar bieten größere Finnen besonders im unteren und mittleren
Windbereich mehr Grip und Laufruhe, sorgen aber im angepowerten Zustand für Kontrollprobleme.
Hinzu kommt, daß große Finnen zwar subjektiv besser führen, jedoch bei kraftvollem
Wakefahrstil für extreme Verwirbelungen sorgen und das freie und schnelle Fahrgefühl
zerstören. Wenn man genauer hinschaut, dann kann man auch feststellen, daß die Finnen
besonders unter kleinen Boards wieder kleiner werden. Das Loaded in der Serie wird daher mit einem
Finnensetup ausgeliefert, das dem Stil des Loaded entspricht, ohne sich krampfhaft Trends zu
unterwefen. Wer mag kann natürlich größere Finnen drunter schrauben. Über kurz
oder lang werden jedoch die kleineren Finnen bevorzugt werden, da bin ich mir ziemlich sicher.
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